Seit ein paar Monaten verwende ich auf der Arbeit immer öfter Typst anstatt Microsoft Word.

Typst ist eine Auszeichnungssprache, ein Textsatzsystem und eine Programmiersprache. Vielleicht wäre Skriptsprache passender. Aber wer interessiert sich schon für die Unterschiede?

Einfach ausgedrückt, übersetzt Typst eine Textdatei in eine schön formatierte ausdruckbare Datei. Eine PDF-Datei. Wie eben mit LateX und PostScript, nur weniger kompliziert, was allerdings Ansichtssache ist.

So schaut eine Typst-Datei hello_world.typ aus:

Hallo *Welt*!

_Kursiv_ und schöne Formeln $a^2 + b^2 = c^2$ kann Typst auch.

Was bloggt der Bub da auf seinem #link("https://raupach.io")[Blog]?

Ja, das erinnert erstmal an Markdown, aber Markdown ist weder Textsatzsystem noch Programmiersprache. Der Typst Compiler erstellt aus der hello_world.typ eine hello_world.pdf.

typst compile hello_world.typ

Noch schöner wird es für mich mit DIN A4, ausreichend Rändern, der Schriftart Georgia und Hyperlinks möchte ich immer unterstrichen.

Dazu braucht es wenige Befehle mehr:

#set page(
    paper: "a4",
    margin: (
      top: 2.5cm,
      right: 3.5cm,
      bottom: 2.5cm,
      left: 2.5cm
    )
)

#set par(
    leading: 0.75em,
    spacing: 1.5em
)

#set text(
    font: "Georgia",
    size: 11pt,
    lang: "de"
)

#show link: underline

Das ist für meine zwei bis drei Seiten pro Woche an Memos, Protokollen und Ideen vollkommen ausreichend. Damit reiße ich den Funktionsumfang von Typst auch lediglich an, die Möglichkeiten sind gewaltig. Wie bei LaTeX ist der Einsatzzweck von Typst vorrangig wissenschaftliche Arbeiten: viele Formeln, Bilder und Quellenangaben.

Ich bin das erste Mal vor ein paar Jahren im Rahmen eines Barcamps auf Typst aufmerksam geworden. Fand ich als bessere Markdown-Alternative ganz interessant. Mit Markdown werde ich bis heute nicht warm und Microsoft Word ist mir für meine Zwecke einfach zu groß. Typst füllt diese Lücke für mich.

Hinter Typst steckt übrigens eine junge Firma aus Berlin und der Compiler ist sogar Open Source. Bleibt zu hoffen, dass es auch dabei bleibt. Ich wünsche dem Team hinter Typst ganz viel Erfolg.